Tagebucheintrag 2 (06.06.2026):

Alle haben den ersten von zwei Flügen super überstanden. Zunächst ging es von Hannover nach Antalya. Trotz des von Sun Air wunderbar vermittelten Gefühls eine Sardine in einer Sardinendose zu sein ist die Stimmung super. An dieser Stelle kann auch der erste Glückwunsch ausgesprochen werden: Alida hat ihren ersten Flug im Leben problemlos überstanden. Und das trotz einer Ansammlung feinster dummer Sprüche über Flugzeugabstürze zuvor.

Nach kurzem Aufenthalt in Antalyas Flughafen geht’s weiter gen Diyarbakir. Geschafft. Wir sind am Ziel. Nun könnte man meinen, dass man nach Reisestart um 18:30 Uhr am Kasseler Hauptbahnhof und zwei Flügen zunächst einmal ein klein wenig schlafen könnte in der Unterkunft, schließlich war man ja ?? Stunden am Stück wach. Aber nicht mit Mustafa Abi. Zielsicher lenkt er uns in ein kurdisches Frühstückskaffee und Diyarbakir zeigt kulinarisch erstmal was es drauf hat. Und das hat’s in sich. Mit vollen Bäuchen und guter Laune stellen wir beim Cay fest, dass die Servicekräfte auch unseren Profifußballer Yussif entdeckt haben. Ist er der Sohn von Leroy Sané ? Und wenn ja, warum ist er hier? Wo ist der Papa? Und wer zur Hölle ist der Blonde Kerl schräg gegenüber? Als Yussif aufsteht um zu zeigen wie groß er ist bekommt ein kurdischer Junge große Augen und bringt nur ein erstauntes „Massallah“ hervor. Nach verlassen des Cafés muss unser neuer Star Fotos mit seinen Fans machen. Tapfer und professionell stellt sich Yussif dem Schicksal des neuen aufgehenden Sterns am Fußballfirmament.

Auf Essen folgt ein erster Stadtrundgang. Zielsicher führt uns Musti an die richtigen Stellen. Geld wechseln. Kurdischen Kaffee probieren. Und für Max Iwers eine selbstgemachte Schiffermütze organisieren die ihm so gut steht, dass es fast an Unverschämtheit grenzt. So ist es manchmal im Leben. Ein und dieselbe Mütze machen Felix zum Schaffner und Max zum Anführer der Peaky Blinders. Mit dieser neuen Errungenschaft im Gepäck erkunden die Streetbolzer die Stadtmauer der 12.000 Jahre jungen Stadt. Trotz der Löcher die Erdogans Bomben in der alten Stadtmauer hinterlassen haben steht ein imposantes Bauwerk. Die Mauer gibt zum einen einen ersten Eindruck von der Geschichte der Stadt und zum anderen eröffnet sie einen malerischen Blick auf den Garten Eden. Auf das Zweistromland. Das Weltkulturerbe vor unserer Nase wird vom Tigris gesäumt und lässt erahnen in welch historischem Ort wir zugegen sein dürfen.

Nach einer kurzen Kaffeepause führt uns Mustafa Abi auf die alte Brücke über den Tigris. Begleitet von kurdischer Musik die via Trommel und Flöte gespielt wird bringt Musti allen die Basics des Hallaitanzens bei und lässt nebenbei fallen, dass er früher mal Folkloretanzlehrer war. Abgefahren. Diesen historischen Moment weiß auch Max mit seiner Retrokamera einzufangen. Auch das ist Streetbolzer. Ein Medienprojekt mit dem passenden Equipment für alle Situationen.

Auch nach diesem Ausflug ist an Schlaf nicht zu denken. Nach einer kurzen Frischepause wartet das Abendessen. Oder wie Felix, Yussif, Max und Samu wohl sagen würden: Challenge Accepted. Gemeinsam werden eine geisteskranke Zahl an Adana Kebap, Lamm und Leber verdrückt. Wenn schon denn schon. Musti bestellt leicht verstört nach für die verfressenen Straßenfußballer.

Und nun? Schlafen? Es ist Champions League Halbfinale. Finden wir einen Ort der den Fußball austragt? Aber sicher. Dank Felix landen wir in einer Kneipe die im ersten Stock liegt und in der es Kultur gibt. Fernseher hat sie nicht aber ein unschlagbares Angebot, dass für uns gesungen wird. Auf kurdische Gesangseinlagen mit Gitarre folgt die Revanche von Jero und Michael mittels eigens interpretierten Songs und einer geilen Version von Grönemeyers Alkohol-Song. Und ein neuer Song entsteht, der Michael-Song. Sorgt bei den Kurden für Irritationen. Bei uns für Heiterkeit. Nach einem langen Fußmarsch ist dann vorbei, sowohl für uns mit diesem wunderschönen Tag als auch für Bayern in der Champions League.

Developedby door7