Eine besondere Woche voller Begegnungen, gemeinsamer Erlebnisse und unvergesslicher Momente liegt hinter uns. Gemeinsam mit den jungen Talenten der Fußballakademie FC Polissya aus Schytomyr, der neuen ukrainischen Partnerstadt Kassels, durften wir erleben, wie schnell aus anfänglicher Zurückhaltung echtes Miteinander entstehen kann. Was mit neugierigen Blicken und vorsichtigen Gesprächen begann, endete mit herzlichen Umarmungen, vielen neuen Freundschaften und dem Wunsch, sich bald wiederzusehen. Wieder einmal hat sich gezeigt: Sport verbindet. Ganz egal, welche Sprache man spricht oder woher man kommt.
Gleich am ersten Tag lernten unsere Gäste Kassel kennen. Bei den sommerlichen Temperaturen fingen wir mit einem Spaziergang über den Friedrichsplatz an, über die Mahlertreppe hinunter zur Orangerie. Von da aus gab es die Möglichkeit, sich an der Spitzhacke mit reinem Fuldawasser eine willkommene Abkühlung zu holen, bevor es weiter hinauf zum Herkules ging. Der Blick über Kassel beeindruckte alle.
Am Nachmittag wurde es dann endlich sportlich: Beim Bouldern im Element Boulder probierten sich die Jugendlichen an den Kletterwänden aus. Im Mittelpunkt stand dabei zu verstehen, wie wichtig Kommunikation und Zusammenarbeit im Sport sind.
Am zweiten Tag ging es auf Einladung der Ahnatalschule zur Jugend-Sportburg Sensenstein. In gemischten Teams wurde gespielt, gelacht und miteinander gekämpft – erst beim Fangen und Völkerball, später natürlich auch beim Fußball. Gerade auf dem Fußballplatz wurde deutlich, dass Verständigung oft auch ganz ohne Worte funktioniert. Sprachbarrieren rückten immer weiter in den Hintergrund.
Den perfekten Abschluss eines heißen Sommertages bildete der gemeinsame Besuch im Auebad.
Ein echtes Highlight wartete dann am dritten Tag: Beim Drachenbootrennen des CSK 1898 trat die Gruppe aus Schytomyr gemeinsam mit Jugendlichen von Streetbolzer gegen Teams verschiedener Kasseler Schulen an und paddelte sich auf einen starken zweiten Platz.
Mindestens genauso wichtig wie das sportliche Ergebnis war jedoch das gemeinsame Erlebnis. Zusammen im Boot zu sitzen, sich aufeinander zu verlassen und Kassel einmal vom Wasser aus zu erleben, machte diesen Tag für alle zu etwas Besonderem. Danach ging es, passend zum sonnigen Wetter, noch einmal gemeinsam ins Freibad.
Der vierte Tag stand dann im Zeichen eines Ausflugs nach Dortmund, wo wir zu Gast im Lernzentrum des BVB waren.
Im Signal Iduna Park nahmen sie am Projekt „Lernort Stadion“ teil, absolvierten einen Teambuilding-Workshop und erhielten eine Führung durch eines der beeindruckendsten Fußballstadien Europas.
Die Atmosphäre, die Geschichte des Stadions und der Blick hinter die Kulissen sorgten für viele staunende Gesichter und werden sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.
Zum Abschluss der Austauschwoche kamen noch einmal alle zusammen. Jugendliche der ASV Ahnatalschule, junge Menschen aus der Kasseler Nordstadt, Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ukrainischen Hauses Kassel sowie unsere Gäste aus Schytomyr bildeten gemischte Teams und spielten ein gemeinsames Turnier.
Die Siegerehrung übernahm Kassels Oberbürgermeister persönlich und überreichte die Pokale an die Erst- und Zweitplatzierten sowie den Fairplay-Preisträger. Es war ein schöner Schlusspunkt für ein Turnier, bei dem nicht das Gewinnen, sondern das gemeinsame Miteinander im Mittelpunkt stand.
Im Laufe der Woche wurde immer deutlicher, wie eng die Jugendlichen zusammengewachsen waren. Übersetzungs-Apps, Snapchat-Nachrichten, Gesten oder einfach ein Lächeln – all das reichte aus, um miteinander in Kontakt zu kommen. Ob beim Fußball, im Freibad oder während der gemeinsamen Ausflüge: Die Kommunikation wurde von Tag zu Tag selbstverständlicher.
So entstanden nicht nur neue Freundschaften, sondern auch die Erkenntnis, dass echter Austausch keine perfekte Sprache braucht – sondern Offenheit, Neugier und gemeinsame Erlebnisse.
Abschied mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen
Mit der Abreise der Jugendlichen aus Schytomyr geht eine Woche zu Ende, die weit mehr war als ein sportlicher Austausch. Sie war ein Zeichen gelebter Städtepartnerschaft, gegenseitigen Vertrauens und echter Begegnung.
Die jungen Spielerinnen und Spieler des FC Polissya nehmen viele Erinnerungen, neue Freundschaften und hoffentlich das Gefühl mit nach Hause, in Kassel jederzeit willkommen zu sein. Und auch bei uns bleiben zahlreiche Momente, an die wir noch lange zurückdenken werden.
Ein herzliches Dankeschön gilt der Stadt Kassel für die finanzielle Unterstützung dieses Projekts sowie allen Partnerinnen und Partnern, Helferinnen und Helfern, die diese besondere Woche möglich gemacht haben.
Bis bald, Schytomyr – wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen! ⚽🇺🇦🤝
by door7